Jour Fixe - Eigene Geschichten

Poetry Slam - Januar 2008

Jeder hatte ein Wort genannt, das in den Geschichten vorkommen sollte:

  • Grundkenntisse (Stefan)
  • Kerzenlicht (Petra)
  • Pinguin (Dörte)
  • Zeit (Viktoria)
  • genießen (Ruth)
  • Froschtümpel (Brigitte)

Was dabei heraus kam kann hier nachgelesen werden:

Dörte:

Wie Herr Kaiser zu mir kam

Stefan:

Der Wasserberg

Ruth:

Ein Pinguin auf Kreuzfahrt

Viktoria:

Der Klimawandel fordert erste Opfer in Norddeutschland

Petra:

Tanz

Brigitte:

...und den Nordpol gibt's auch bald nicht mehr

Petra:

Heimweh (als Zugabe)

Bitte vor dem Lesen beachten:

Die Texte unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Die Vervielfältigung, Bearbeitung,
Verbreitung und jede Art der Verwertung bedürfen der Zustimmung des jeweiligen Autoren.

Eine Mail an Jourfixe wird entsprechend weitergeleitet.

Ein Pinguin auf Kreuzfahrt

Vor einiger Zeit erfuhren wir , warum die Pinguine bei Tag und bei Nacht einen Frack tragen: sie wollen bei der Ankunft der Kreuzfahrer, die hin und wieder an ihrer Küste festmachen, sofort in passender Kleidung an Bord gehen und den Abendveranstaltungen zusehen und zuören können.

 

Eines Tages geschah etwas Besonderes: die Drei Tenöre waren engagiert worden!

 

Nach dem spektakulären Konzert blieb ein begeisterter Pinguin heimlich an Bord, um den verehrten Sängern so lange wie möglich nahe zu sein. Er verbarg sich bis zum Ablegen des Schiffes in einem Rettungsboot. Nach ein paar Tagen bekam er eine Kabine zugewiesen. An den Konzertabenden schlich er sich unbemerkt in den Theatersaal, der nur spärlcih mit sanftem Kerzenlicht beleuchtet wurde. Unter dem Flügel nahm er Platz und lauschte entzückt den Darbietungen.

 

Im Laufe der Kreuzfahrt erwarb er sich die nötigen Grundkenntnisse des Liedgesanges und konnte so die unterschiedlichen Interpretationen genießen.

 

Das Schiff hatte inzwischen wieder Kurs auf die Heimat des kunstsinnigen Pinguins genommen, der an Bord oft Gelgenheit bekam, die Passagiere zu bedienen, weil einige Stewards seekrank wurden.

 

An Land ist er nur einmal gegangen. Bei einem Ausflug glaubte er, einen zum Bade einladenden See entdeckt zu haben, geriet aber in einen Froschtümpel und verhedderte sich in Schlingpflanzen.

 

Wieder daheim, hatte er seiner Sippe viel zu erzählen und sang ihnen auf Wunsch von Herzen gern zahllose Lieder und Arien vor.

 

© Ruth Homeyer